Montag, 17. Oktober 2011

Selbstgemachte Gemüsebrühe-Paste statt Brühwürfel und gekörnter Brühe!

Fertiggerichte und "Fix für irgendwas"-Päckchen gibt es bei mir nicht. Aber gekörnte (Gemüse)-Brühe hatte ich bis vor kurzem immer im Haus. Zwar in Bio-Qualität ohne Glutamat, aber Hefeextrakt stand leider eben doch auf der Zutatenliste. Ich wusste aber ehrlich gesagt nicht, was ich stattdessen verwenden sollte. Nur Wasser zu verwenden wäre zwar möglich, aber mit Gemüsebrühe schmeckt vieles dann doch einen Tick besser. Gemüsebrühe vorkochen und einfrieren wäre auch eine Möglichkeit, ist aber wegen Platzmangel in unserer ohnehin kleinen Tiekfühltruhe auch nur in kleinen Mengen möglich. Die perfekte Lösung für mich habe ich dann vor kurzem im Kochbuch "Aromen und Gewürze" von Hans Gerlach gefunden: selbstgemachte Gemüsebrühe-Paste! Hier werden Gemüse und Gewürze kleingeschnitten, püriert, im Backofen einige Stunden getrocknet und dann platzsparend in Einmachgläser eingefüllt.


Gemüsebrühe-Paste
(ergibt ca. 3 Gläser à 200ml)

Zutaten:
1,5 EL Koriandersamen
1/2 EL Fenchelsamen
1/2 EL schwarze Pfefferkörner
1/2 EL Piment
375g Gemüsezwiebeln
1/2 Stange Lauch
2 Möhren
125g Stangensellerie
1/2 Fenchelknolle
6 Zehen (ca.25g) Knoblauch
1/2 Bund Thymian
1/2 Bund glatte Petersilie
400g Tomaten
50g Salz

Zubereitung:
Koriander, Fenchelsamen, Pfeffer und Piment in einer Gewürzmühle fein mahlen oder schroten.

Zwiebeln schälen und in grobe Spalten schneiden. Lauch waschen, putzen und in grobe Stücke schneiden. Möhren schälen, putzen und in Scheiben schneiden. Sellerie waschen, putzen und in Scheiben schneiden. Fenchel waschen, Strunk entfernen und die Fenchelknolle in Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und grob hacken. Thymian und Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Tomaten waschen, halbieren, Strunk entfernen und Tomaten in Spalten schneiden. Alles nach und nach in einem Mixer oder mit einem Stabmixer pürieren. Salz unterrühren.

Backofen auf 100 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Püriertes Gemüse gleichmäßig auf dem Backpapier verteilen und glatt streichen. Im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene 4 Stunden trocknen lassen. Gelegentlich umrühren. Nach einer Stunde einen Kochlöffel in die Ofentür klemmen, so dass der Backofen einen Spalt offen steht.

Einmachgläser und Deckel 10 Minuten in einem großen Topf mit kochendem Wasser sterilisieren. Gläser auf einem sauberen Küchentuch umgedreht abtropfen lassen. Getrocknete Gemüsebrühe-Paste in die vorbereiteten Gläser füllen, mit Deckel verschließen.

Die Konsistenz der Gemüsebrühe-Paste ähnelt der einer festen Currypaste. Bei Bedarf 1-2 EL Paste auf 1l Wasser aufkochen, ca. 5 Minuten ziehen lassen und dann weiterverwenden.

Laut Kochbuch ist die Paste 1 Jahr haltbar, wenn man sie im Kühlschrank aufbewahrt.

Ich bin wirklich begeistert von dieser Gemüsebrühe und habe sie z.B. schon für die Rotweinlinsen mit Ziegenkäse-Crostini oder die Kürbissuppe mit Parmesancroutons verwendet. Lecker! Und garantiert ohne unliebsame Zusatzstoffe.

Kommentare:

  1. Das ist echte eine tolle Idee! Und so ganz ohne schlechtes Gewissen, schön gesund :)

    Lieben Gruß
    Sarah

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  2. Superidee! Mir gehts da genau wie Dir: es gibt hier zwar keine Fix-Produkte, aber auf Suppenpulver konnte ich dennoch nicht verzichten. Danke für die tolle Alternative!

    Christel

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  3. Ich hatte mir darüber auch schon Gedanken gemacht. Puh, so vieles, was ich noch machen will. und das hier gehört definitiv auf die Liste.

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  4. Supertolle Idee! Gemüsebrühe ist bei mir auch das einzige Fertigprodukt. Aber das Rezept ist schon abgespeichert und wird bei Gelegenheit nachgemacht!

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  5. Schon wieder so ein toller Post! Jetzt muss ich doch mal eine Küchenwoche einlegen:-)
    Vielen Dank dafür,
    Manuela

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  6. Da wäre ich ja nie drauf gekommen, sehr genial! Das muss ich auf jeden Fall auch mal testen.

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  7. Das wollte ich schon sooo lange mal selbst machen, vielen Dank für die Erinnerung, da nehm' ich doch gleich das Rezept mit. ;-) Und, das gefällt mir doch auch immer so gut: Es lässt sich prima verschenken.

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  8. Boah, das ist ja toll! Das werde ich auch mal probieren!
    Liebe Grüße,
    Juli

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  9. MUY interesante, gracias.
    Saludos desde tierras vascas.

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  10. Moin Juliane,
    ich hab vor 2 Monaten so etwas Ähnliches in mein Blog eingestellt: http://cadooh.blogspot.com/2011/08/salzgemuse-die-natur-liche-bruhe.html
    Das Salzgemüse hat schon meine Omi so gemacht und wird rezeptetechnisch familiär weitergegeben. Keine Glutamate und Extrakte. Eine selbsthergestellte Brühe ist das absolute Basic für die Bio-Küche.Das Salzgemüse ist einfacher in der Handhabung, da man sich selbst alles bunt zusammenwürfelt.
    LG aus Menslage
    Birgit

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  11. Sieht toll aus! Das Gemüsebrühen-Hefeextrakt-Problem kenne ich. Ich kaufe immer die "Würzl" von Bruno Fischer (aus dem Bioladen), die ist ohne Hefeextrakt.
    Ganz ähnliche Würzpasten werde ich zu Weihnachten verschenken, ich einer alten "Lust auf Genuss" waren schöne Rezepte für klassisches, mediterranes und asiatisches Aromapüree.

    LG
    Gourmande

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  12. Tolle Idee.
    Allein die Zutatenliste begeistert. Das wird definitv ausprobiert.

    Danke für die Inspiration.

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  13. SUPER!!! Danke für das rezept!!! die gekörnte Brühe ist auch das einzige fertigprodukt und ich hab auch immer schon die hefefreie benutzt... aber mir wärs auch lieber so ganz ohne den ganzen zusatzkram!!! ich werde dein rezept 100%ig ausprobieren und verschenken!!!
    LG
    Nadine

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  14. Das ist doch mehr als Lecker ... "Fix" geht überhaupt nicht, hier weiss Frau was drinnen ist und gesund ist es noch dazu ... dein Rz geht jetzt in meinen Besitz über ... ich tausche den Sellerie gegen Petersilienwurzel aus.

    Lg Kerstin

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  15. Prima! Das wollte ich auch schon immer mal ausprobieren, denn wie Dich stört mich das Hefeextrakt in den Bio-Brühen. Danke für die Anleitung ;-)) Ich werde es ganz bald nachbauen!

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  16. Oh, danke werde ich bald ausprobieren!

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  17. @alle: Danke euch für eure Kommentare! Freut mich sehr, dass euch die Gemüsebrühe-Paste auch so zusagt wie mir :) Die Zubereitung ist zwar einmal recht zeitaufwändig (alles schnippeln, pürieren, dann 4 Stunden trocknen), aber dafür hat man dann einen ordentlichen Vorrat.

    @Cadooh: Das Salzgemüse liest sich auch gut! Eventuell probiere ich das aus, wenn meine drei Gläser Gemüsebrühe-Paste aufgebraucht sind.

    @Gourmande: Die Varianten hören sich gut an, ich hoffe Du teilst die Rezepte mit uns :)

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  18. Solche Rezepte liebe ich, vor allem, wenn sie von Hans Gerlach sind. Er ist der Neffe einer Nachbarin und hat gerade zur Buchmesse wieder gegenüber übernachtet.

    Es gibt allerdings schon Brühen ohne Glutamat und Hefe, ich habe aber auch eine Weile gesucht, bis ich welche gefunden hatte. Na, diese Quelle kann man ja jetzt getrost versiegen lassen.

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  19. @Schnuppschnüss: Das ist ja noch viel toller, wenn Du Hans Gerlach auch noch persönlich kennst bzw. seine Familie! Das Kochbuch gefällt mir auch richtig gut und ich werde in nächster Zeit noch einiges daraus kochen.
    Und ich hoffe, dass es sich durchsetzt, dass hefe- und glutamatfreie Brühe bald in jedem Supermarkt erhältlich ist...

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  20. Tolle Idee – du solltest das Zeug verkaufen. Mit mir hättest du schon einen Abnehmer :) Liebe Grüße von caro

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  21. Boah, ist das genial! Aber das haben ja alle anderen auch schong esagt, also denk ich jetzt einfach ganz still und leist für mich: *ichmussdassofortausprobieren* ;)

    Liebe Grüße,
    Ina

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  22. Super, das könnte sogar bei mir klappen. Ich habe nur ein winziges Tiefkühlfach und einen sehr kleinen Kühlschrank - tieffrieren oder in Flaschen aufbewahren fällt also aus. Aber als Paste - das könnte klappen... auf Pulver selbst machen habe ich mangels Mixers bislang auch verzichtet, aber Paste sollte mein Pürierstab hinkriegen. Wenn ich mal wieder etwas mehr Zeit habe, will ich das unbedingt ausprobieren.

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  23. das klingt ja nach einer feinen Sache!
    danke für's Posten!

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  24. wow! Das ist wirklich eine super Sache! Werde das auch auf Weihnachten machen. Mit dem Hefeextrakt ist wirklich total bescheuert. Mit viel suchen wird man irgendwann fündig, aber selbstgemacht ist immernoch am Besten

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  25. Super find ich toll, vor allem da ich Multi-Allergiker bin. Ich verwende immer die Würzfee von "Gut zum Leben" die haben auch einen Onlineversand. Da sind weder Geschmacksverstärker noch Hefeextrakte oder sonst was drin und die hat einen sehr guten Geschmack. Falls es mal schnell gehen muss!!!

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  26. Ich erkenn mich gerade in deinem gesamten Beitrag wider. :) Selten aber doch findet man zwar auch gekörnte Brühe ohne Hefeextrakt, aber selbstgemacht ist selbstgemacht. Mangels Tiefkühltruhe und wegen notorischer Platzprobleme klingt das nach einer sehr guten Alternative.

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  27. Ich hab's gestern gleich mal umgesetzt, und hihihi, fand mich "genötigt", endlich mal die Moulinex zu kaufen, um die ich schon so lange rumschleiche. (Allerdings hat der Pürierstab bei der Menge an Gemüse echt gestreikt.) Was ein Ärger... ;-))
    Ich dachte erst "das trocknet doch niiiiie!", aber nach 4,5h sah es echt gut aus. Soeben köchelt die erste Suppe auf dem Herd, für die ich die Paste genutzt habe. Der Geruch ist schon mal sehr authentisch.
    Ich bin gespannt, wie lange der Vorrat reicht - ich habe meinen Göttergatten im Verdacht, sich das Zeugs auch mal auf's Brot zu streuseln... ;-))
    Vielen Dank für Idee & Rezept!

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  28. Oh das gefällt mir! Das muss ich unbedingt mal ausprobieren. Aktuell verwende ich aus dem gleichen Grund wie du nur Bio-Gemüsebrühe. Habe sogar eine ohne Hefe entdeckt (von Rapunzel) aber das hier klingt natürlich viel besser :)

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  29. Du erwähnst, dass das Rezept aus einem Kochbuch stammt? Kannst du mir verraten aus welchem? Suche aktuell noch nach raffinierten, ausgefallenen, tollen, nicht-standard Kochbüchern für meinen Wunschzettel und das klingt schon mal vielversprechend ;-)

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  30. @Vera: Das Rezept stammt aus dem Kochbuch "Aromen und Gewürze" von Hans Gerlach, steht auch oben im ersten Absatz! Das Kochbuch gefällt mir allgemein sehr gut, kann ich also als Wunschzettel-Kochbuch empfehlen ;-)

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  31. Oh, da hab ich wohl etwas zu schusselig den Post überflogen ;-) Von dem Buch habe ich sogar schon mal gehört... herzlichen Dank für die Empfehlung und liebe Grüße!

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  32. Danke Schön! Ich habe mir das Rezept gleich mitgenommen.

    Liebe GRüße, Marita

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  33. Das Rezept ist toll, jedoch nicht ganz geeignet für den Stabmixer. Mein ganz Nagelneuer ist fast hin, wenn ich den Rauch nicht früh genug bemerkt hatte! echt schade!!! man ist dann dazu gezwungen, einen großen Mixer zu kaufen. Das passt mir aber in meine ganz kleine Küche gar nicht. Man sollte hier eher erwähnen, dass kein Stabmixer bei diesem Rezept nicht eingesetzt werden könnte bzw. sollte. Nun bin ich ratlos... ich wüsste nicht wie ich mit den übrigen unbearbeiteten Zutaten tun sollte und was ich meinen lieben Verwandten nun schenken sollte. Ich hatte vor, ihnen diese tolle Brühe zu Weihnachten zu schenken. Schade!!!

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    1. Hast Du alles auf einmal mit dem Stabmixer püriert? Ich habe alles in kleinen Portionen in den Mixer gegeben, püriert, rausgenommen, nächste Portion rein in den Mixer und püriert. Bei mir hat das prima funktioniert, ohne dass das Gerät den Geist aufgegeben hat!

      Schade, dass Du mit der Zubereitung Probleme hattest. Die Gewürzbrühenpaste ist eine prima Geschenkidee und ich hoffe, dass es bei Dir (möglicherweise mit einem portionsweisen pürieren) doch noch klappt!

      Viele Grüße und schöner Tag noch,
      Juliane

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